Spurensuche in Verdun

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Reportage • Erinnerungskultur

Zwischen Schützengräben und Abitur: Eine Spurensuche in Verdun

Schülergruppe der Gesamtschule Nettetal in Verdun
Geschichte hautnah: Die angehenden Abiturient:innen an den historischen Stätten von Verdun.

Die Schulbücher bleiben für einen Moment geschlossen, stattdessen wird Historie greifbar: Der Leistungskurs und der Zusatzkurs Geschichte des 13. Jahrgangs der Gesamtschule Nettetal sind nach Verdun gereist. An den Originalschauplätzen des Ersten Weltkriegs erlebten die Schüler:innen bewegende Führungen – und senden mit einem Augenzwinkern eine klare Botschaft an das Prüfungsamt.

Die feuchte Erde, die massiven Überreste der Festungsanlagen, die beklemmende Enge unter Tage und die schier endlosen Gräberfelder. Wer Verdun besucht, liest keine Geschichte, er spürt sie. Für die Schüler:innen der Jahrgangsstufe 13 war die Exkursion zu den Schlachtfeldern in Frankreich weit mehr als nur Unterricht an einem anderen Ort. Es war eine emotionale Reise in die Vergangenheit, die das theoretische Wissen aus dem Klassenraum in eine greifbare, oft erschütternde Realität übersetzte. Im Rahmen unseres schulischen Leitbildes zur Erinnerungskultur ist diese Fahrt ein zentraler Baustein, um aus der Vergangenheit für eine friedliche Zukunft zu lernen.

Bewegende und fesselnde Führungen haben uns hier zu echten Erste-Weltkrieg-Expert:innen gemacht.

Wo sonst abstrakte Zahlen über Gefallene im Klassenraum analysiert werden, sorgte die reale Dimension des Ortes für stille Nachdenklichkeit. „Bewegende und fesselnde Führungen haben uns hier zu echten Erste-Weltkrieg-Expert:innen gemacht“, resümiert die Schülergruppe beeindruckt. Die theoretische Vorbereitung der vergangenen Monate zahlte sich aus, doch erst das Stehen in den historischen Anlagen ließ die historischen Dimensionen und das menschliche Leid vollends begreifen.

Detailaufnahme Festungsanlage Verdun Schüler der Gesamtschule Nettetal betrachten historische Überreste

Mit dem nahenden Zentralabitur im Blick wandelt sich die historische Betroffenheit der Delegation aus Nettetal jedoch auch in pragmatische Kampfansagen – allerdings rein akademischer Natur. Beflügelt vom intensiven Erlebnis vor Ort, blickt der Jahrgang nun höchst selbstbewusst auf die anstehenden Prüfungen.

„Wir hoffen nun im Geschichts-Abi auf Quellen von Erich von Falkenhayn oder auf Feldpostbriefe“, so die Kurse einhellig. Ein humorvoller, aber durchaus ernst gemeinter Gruß geht dabei direkt an die QUA-LiS NRW, jene landesweite Stelle, die in Düsseldorf die Abituraufgaben konzipiert: „Liebe Grüße an die QuaLis, die unsere Expertise in Geschichte nun gerne zur Kenntnis nehmen darf!“

Wir als Schulgemeinschaft drücken unseren frisch gebackenen „Expert:innen“ für die nahenden Prüfungen fest die Daumen und danken den begleitenden Lehrkräften für die Organisation dieser unvergesslichen und überaus wertvollen Exkursion.