Schritt für Schritt gegen das Vergessen: Friedensmarsch nach Schaag

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Erinnerungskultur

Schritt für Schritt gegen das Vergessen: Friedensmarsch nach Schaag

Anlässlich des 81. Jahrestages des Kriegsendes in Europa setzten Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Nettetal am 8. Mai 2026 ein starkes Zeichen. In Kooperation mit dem Kreuzgartenverein zogen sie in einem Friedensmarsch von Breyell zum Kreuz- und Mariengarten nach Schaag, um aktiv Geschichte zu gedenken und Verantwortung für das Hier und Jetzt zu übernehmen.
Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zum Kreuzgarten
Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zum Kreuzgarten in Schaag. (Foto: Andreas Zorn)

Breyell. Der Rhythmus der Schritte auf dem Asphalt übertönt für einen Moment das alltägliche Gemurmel rund um das Schulgebäude. Es ist der 8. Mai, ein historisches Datum. Genau vor 81 Jahren schwiegen in Europa endlich die Waffen. Wo sonst das bunte Treiben der großen Pause herrscht, formiert sich an diesem Vormittag ein Zug der Besinnung. Für die Schulgemeinschaft der Gesamtschule Nettetal ist Erinnerungskultur nicht nur ein Wort aus dem Geschichtsbuch – sie wird buchstäblich begangen.

Die Route führt die engagierten Jugendlichen und Lehrkräfte vom Schulstandort in Breyell bis in den benachbarten Ortsteil Schaag. Das Ziel ist bewusst gewählt: Der Kreuz- und Mariengarten. Es ist ein Ort, der wie geschaffen ist für das, was an diesem Tag im Mittelpunkt steht – Innehalten, Erinnern und der feste Vorsatz, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Organisiert wurde dieser besondere Vormittag Hand in Hand mit dem Kreuzgartenverein Schaag e.V., der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort empfing und den Marsch logistisch wie inhaltlich unterstützte.

Frieden ist ein aktiver Prozess

In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen zunehmen, bekommt das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs eine fast schon drängende Aktualität. Die Schülerinnen und Schüler bringen durch ihre bloße Präsenz zum Ausdruck, dass eine vielfältige, demokratische Gesellschaft verteidigt werden muss.

„Es reicht nicht, Geschichte nur passiv hinzunehmen. Wenn wir heute gemeinsam gehen, zeigen wir: Frieden ist kein Dauerzustand, sondern eine tägliche Aufgabe für uns alle.“ Aus der Schülerschaft, Jahrgang 10

Dass dieses Engagement über die Schulgrenzen hinaus spürbare Wellen schlägt, zeigt auch das mediale Echo. Lokaljournalistin Sandra Dupke begleitete die Aktion und berichtete am darauffolgenden Samstag ausführlich in der Rheinischen Post. Wer den Marsch visuell nachempfinden möchte, kann dies durch die eindrucksvolle fotografische Begleitung von Andreas Zorn tun, der die Atmosphäre des Tages treffend eingefangen hat.

Eindrücke vom Friedensmarsch
Gelebte Erinnerungskultur der Gesamtschule Nettetal beim Friedensmarsch. (Foto: Andreas Zorn)

Am Ende des Marsches bleibt mehr als nur die physische Wegstrecke. Es bleibt das Bewusstsein, dass jeder Schritt von Breyell nach Schaag ein Schritt in Richtung einer wachsamen, toleranten Zukunft war.