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Konzept für die inklusive Förderung
Die Gesamtschule Nettetal auf dem Weg zur Inklusion
Auszug aus dem
Konzept für die Förderung von Schülerinnen und Schülern
mit sonderpädagogischem Förderbedarf
1. Zielsetzung der inklusiven Förderung
Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf werden in einer Klassengemeinschaft der Gesamtschule unterrichtet. Dabei werden die fachlichen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen nach ihrem jeweiligen Leistungsvermögen gefördert. Soziale Ziele stehen im Vordergrund des gemeinsamen Lernens. Alle Kinder können im Erleben der Andersartigkeit voneinander lernen. Es geht darum, Leistungsgefälle zu ertragen und zunehmend Verantwortung für das gemeinsame Lernen zu übernehmen.
2. Die Lernsituation in den inklusiven Klassen der Gesamtschule
Die Gesamtschule Nettetal konnte bereits seit dem Schuljahr 2000/01 - anfangs als Schulversuch - Erfahrungen mit gemeinsamem Unterricht zu sammeln. Die dabei entstehenden organisatorischen, pädagogischen und sozialen Veränderungen werden in der Gesamtschule als vorteilhaft für alle Beteiligten wahrgenommen.
Die Anwesenheit von Sonderpädagogen und Integrationshelferinnen ist für die ganze
Klasse ein Gewinn. Sie
- unterstützen die Fach- und Klassenlehrer im Unterricht
- erweitern die individuelle Förderung auch der Regelschüler der Klasse
- beraten die Fach- und Klassenlehrer bei auffälligen Schülern.
In einer inklusiven Klasse entwickelt sich ein anderer Umgang mit individuellen Stärken und Schwächen, was zu einem außergewöhnlichen sozialen Zusammenhalt führt.
Alle Schüler können dabei eine Reihe von sozialen Kompetenzen erwerben:
- Verständnis entwickeln
- Rücksichtnahme üben
- Probleme erkennen
- besondere Verantwortung entwickeln.
Die Lehrer der Gesamtschule, die sich zur Arbeit in inklusiven Lerngruppen bereit erklärt haben, entwickeln ihrerseits durch Erfahrung neue Kompetenzen im Umgang mit sonderpädagogisch geförderten Schülern. Sie nehmen spezielle Eigenarten und Ausprägungen des Lern-, Leistungs- und Sozialverhaltens mit einer größeren Akzeptanz wahr und erwerben langfristig angelegte Strategien einer kleinschrittigen Lernplanung.
2.1 Vorteile der Inklusion für die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
Nettetaler Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen in der Regel eine Förderschule, die sich auf ihren jeweiligen Förderschwerpunkt spezialisiert hat. Derzeit können etwa fünf Kinder pro Jahrgang am inklusiven Unterricht der Gesamtschule Nettetal teilnehmen. Nur wenige weiterführende Schulen im Regierungsbezirk Düsseldorf bieten bisher eine solche Möglichkeit an.
Welche Vorteile haben diese Kinder, wenn die Gesamtschule sich bereit erklärt sie inklusiv zu fördern?
- Sie können am Regelunterricht teilnehmen und dabei von dem hochdifferenzierten Lehr-/ Lernsystem mit einem umfangreichen Fächerkanon profitieren. Die Fachlehrer bringen für ihre jeweiligen Gebiete eine hohe Sachkompetenz mit. Dadurch wird den Kindern und Jugendlichen eine wesentliche Grundlage zur Teilhabe an der modernen Wissensgesellschaft geboten.
- Sie besuchen wohnortnahe Schulen und sind eher in der Lage soziale Kontakte auch außerhalb der Schule zu pflegen. Ein Großteil ihrer Klassenkameraden wohnt in der Nähe.
- Sie lernen sich in das Sozialgefüge der Klasse mit seinen Ritualen und Arbeitsrhythmen einzufügen. Auch der Ganztagsbetrieb stellt sich ihnen als Herausforderung dar.
- Sie finden unterschiedliche Rollenvorbilder vor, sowohl im sozialen- wie auch im Lernverhalten.
- Durch die Tatsache, dass in den meisten Unterrichtsstunden eine sonderpädagogische Fachkraft oder eine instruierte Integrationshelferin neben dem Lehrer eingesetzt ist, besteht die Möglichkeit, ganz individuell auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf einzugehen.
- Je nach ihrem Förderbedarf werden diese Kinder zusätzlich in einer äußeren Differenzierung in Kleinstgruppen oder Einzelunterricht in solchen Bereichen gefördert, die der Unterricht ihrer Klasse so nicht abdecken kann.
2.2 Welche Kinder und Jugendliche werden inklusiv unterrichtet?
Im Schuljahr 2010/2011 gibt es an der Gesamtschule Nettetal über die gesamte Sekundarstufe I, d.h. vom 5. bis zum 10. Jahrgang jeweils eine inklusive Klasse. In den Folgejahren kann es auch in der Oberstufe einen Bedarf geben.
Die Förderschwerpunkte der zurzeit unterrichteten Kinder und Jugendlichen sind „Geistige Entwicklung“, „Lernen“, „Soziale und emotionale Entwicklung“ sowie „Körper und Motorik“.
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Das gesamte Konzept (Stand: 2011) finden Sie in der rechten Spalte zum Download.
