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MINT-Talent-Parcours im 8. und 9. Jahrgang

Um das Interesse der Schülerinnen und Schüler an den MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu wecken und ihre eigenen Fähigkeiten entdecken zu lassen, initiierte Techniklehrer Jan Melzer eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Technik-Zentrum Minden-Lübbecke. Von dort reiste Karin  Ressel am Freitag, den 24.04.2015 an, im Gepäck zehn Kisten mit Materialien für eine Stationenarbeit. Ressel: „Die Vielfalt der Ausbildungsberufe ist für Lehrer, Eltern und Schüler nicht zu überblicken. Gleichzeitig finden viele Unternehmer nicht mehr die passenden Bewerber für ihre Ausbildungsberufe. Für welchen Beruf bin ich geeignet und was interessiert mich, ist die Frage der SchülerInnen.“

MINT-Stationenarbeit

An zehn verschiedenen Stationen werden die SchülerInnen aus dem 8. und 9. Jahrgang mit MINT-Berufsbildern zusammengebracht, um die Berufe erlebbar und begreifbar zu machen. In einer bestimmten Zeit müssen sie verschiedene Aufgaben lösen; die Ergebnisse notieren sie auf einem Laufzettel, den sie dann in ihrer Berufswahlmappe abheften.

An einem Tisch sitzen drei Schülerinnen aus der 8b und gestalten aus Holzstäben einen Zaun. Sarah verzweifelt fast: „Wir müssen drei farbige Hauptstäbe festhalten, um die anderen elf verschieden farbige Stäbe da reinzufädeln oder reinzuweben.“ „Ständig springen die Stäbe ab, weil die Spannung zu groß ist“,  ergänzen Lara und Chantal. Dazu Ressel vom Technikzentrum Minden-Lübbecke: „Hier kann herausgefunden werden, ob der Bereich Mediengestaltung einem liegt: Jemand bestellt ein Werbeobjekt und entscheidet aufgrund des Prototyps, ob die Farbgestaltung und Symmetrie des Objekts passt.“

Fotos: J. Breuer/J. Melzer

Von Brücken und Schrauben

Yusuf gefällt am besten, aus Holzlatten eine Brücke zu bauen. „Das war anfangs sehr anspruchsvoll. Als man das Prinzip aber durchschaut hatte, war es leicht.“ Julia aus der 9a gefällt dabei, Berufe kennenzulernen, die nicht in das Mädchen-Jungen-Schema passen: „Die Brücke zu bauen, finde ich auch am interessantesten. Ich habe sie schon drei Mal hingekriegt. Niemals hätte ich privat eine Leonardo- Brücke gebaut. Jungs hätten sicher nie von alleine die Küchenstation gemacht. “

Hingegen sind René und Lennart aus der 9a von der Station rund um die Schrauben am meisten begeistert. René weiß schon seit drei Jahren, dass er in die Richtung KFZ-Mechatroniker gehen will, denn er liebt es, mit den Händen zu arbeiten. Heute ist für ihn interessant, mal nicht an Autos und Rädern rumzuschrauben, sondern an anderen Materialien.

Elektrokabel montieren

Michelle und Jaqueline montieren verschiedene Elektroteile. „Ich bin dabei, Leitungen abzukneifen, und einzudrehen“, erzählt Jaqueline. „ Dabei  isoliere ich von den beiden Kabelenden mit der Abisolierzange vier Zentimeter ab, ohne die inneren Adern zu beschädigen, dann isoliere ich von den farbigen Adern fünf Millimeter ab und verbinde die Enden mit Lüsterklemmen zu einem Ring.“ Manchmal stellt man dabei auch fest, was man nicht machen möchte: „Das macht zwar Spaß, aber so etwas könnte ich nicht als Beruf machen,  nicht den ganzen Tag über!“, meint Michelle.

Fazit von Techniklehrer Melzer

Technik-Lehrer Jan Melzer ist zufrieden: „Unsere Schülerinnen und Schüler sind mit viel Freude und Eifer bei der Sache. Leider können nicht alle teilnehmen, einige können nur staunend durch die Glasfenster der Mensa zugucken. Selbst Schülerinnen, die eine Freistunde haben, lassen sich es nicht nehmen, sich kurz an einer Station auszuprobieren. Und auch der eine oder andere Kollege, der die Klassen in die Mensa begleitet, lässt es sich nicht nehmen, das eine oder andere auszuprobieren.“

Hintergrundinformationen - Eingebunden im zdi

Der MINT-Talentparcours wird vom Bildungswerk NRW in Zusammenarbeit mit dem Technik-Zentrum Minden-Lübbecke organisiert. Er wird durch die EU (Programm EFRE) sowie das Land NRW (Ministerium für Innovation, Wirtschaft und Forschung sowie das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales) und das Technikzentrum Minden-Lübbecke und mit Unterstützung von Metall NRW/ Unternehmer NRW durchgeführt.  Als mobiles SchülerInnenlabor ist er Teil der zdi-Zentren.
Der Talentparcours bildet die Vorstufe zu dem Berufs-Parcours, bei dem sich ortsansässige Firmen beteiligen können. Techniklehrer Melzer ist dabei, Kontakte zu den lokalen Firmen zu knüpfen, um die Parcours weiter auszubauen und an der Gesamtschule Nettetal zu etablieren.

Julietta M. Breuer


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