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Elternbrief September 2011
Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,
liebe Schülerinnen und Schüler,
ganz herzlich begrüßen wir Sie/Euch zum Schuljahr 2011/2012. Besonders heißen wir unsere neuen Schülerinnen und Schüler und deren Familien willkommen.
Unsere „Neuen“ der Klassenstufe 5, unsere „Stammschüler“ und wir Kolleginnen und Kollegen haben in diesem Schuljahr eines gemeinsam: wir starten als Neulinge mit einem neuen Stundenraster.
Der didaktische Ausschuss, ein Schulentwicklungsgremium aus Schülern, Eltern und Lehrern, hat sich in den letzten vier Jahren intensiv mit Modellen der Unterrichtsentwicklung und individuellen Förderung beschäftigt. Unsere bisherige schulische Praxis (Organisationsrahmen, didaktische Konzepte, etc.) wurde reflektiert und aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Ausschussmitglieder bewertet. Darüber hinaus wurden Experten befragt, Literatur studiert und an Modellschulen hospitiert. Aus all diesen Informationen und Anregungen entwickelten die beteiligten Eltern, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler für unsere Schule ein neues Konzept der Unterrichtsorganisation verbunden mit einem integrierten Förder- und Übungsstundenkonzept.
Grundlage des neuen Stundenrasters bildet das Doppelstundenmodell 90+. Möglichst viel Unterricht wird in Doppelstunden erteilt, die bei drei- oder einstündigen Fächern durch Einzelstunden ergänzt werden. Das neue Zeitraster ist mit vielen organisatorischen und pädagogischen Vorteilen verbunden, von denen hier nur einige genannt werden sollen:
- weniger Fächer an einem Tag, auf die sich die Schüler vorbereiten müssen
- weniger Raumwechsel ==> mehr Ruhe im Gebäude und Entschleunigung des Unterrichtsalltages
- aus Lehrersicht weniger Lerngruppen pro Tag, so dass ein individuelles Einstellen auf die Schüler besser möglich ist
- neuer Stundenrhythmus als Motor für Unterrichtsentwicklung: Unterricht in 90 Minuten-Einheiten muss methodisch abwechslungsreich sein, damit er die Schüler nicht überfordert
- mehr Zeit für kooperative und schülerorientierte Lernformen; Unterrichtsthemen können in einer Doppelstunde nachhaltiger erarbeitet werden (Zeit für Erarbeitungs-, Vertiefungs-, Übungs-, und Präsentationsphasen)
- mehr effektive Lernzeit
- leichtere Schultaschen
- nachweislich weniger Unfälle
- …
Damit unterstützt das neue Zeitraster unseren pädagogischen Ansatz, den Schülerinnen und Schülern Zeit und Raum für selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Lernen zu geben. Der neue Stundentakt bietet uns weitaus größere Möglichkeiten einer individuellen Förderung unserer Schülerinnen und Schüler.
Das im neuen Stundenraster integrierte Förder- und Übungsstundenkonzept geht davon aus, dass die Hausaufgaben in ihrer traditionellen Form nicht zwingend zu einem Lernzuwachs bei den Schülerinnen und Schülern führen. Die Schülerinnen und Schüler benötigen allerdings Zeit, um Gelerntes individuell zu üben, anzuwenden und zu vertiefen.
Lernschwierigkeiten von Schülerinnen und Schülern sollen nicht isoliert durch eine andere Lehrkraft aufgearbeitet, sondern direkt im Unterricht bearbeitet werden können: dann, wenn sie entstehen und dort, wo sie entstehen! Daher haben wir in diesem Schuljahr das Arbeitsstunden- und Förderband in allen Jahrgangsstufen aufgehoben.
Mit der Abschaffung der Arbeitsstunden verbunden ist die Neuerung, dass alle Fächer nach Möglichkeit auf Hausaufgaben in der bisherigen Form verzichten. Die Doppelstunden ermöglichen es uns, die notwendigen Übungsphasen in den Unterricht zu integrieren. So können sie auch individueller auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten werden, wie es auch der Hausaufgabenerlass des Kultusministeriums rät. „Es empfiehlt sich, die gestellten Aufgaben nach der Leistungsfähigkeit, der Belastbarkeit und den Neigungen der Schülerinnen und Schüler zu differenzieren.“ (RdErl. d. Kultusministeriums 12 – 31 Nr. 1 Abs. 2.3) Das bedeutet kein grundsätzliches Verbot von (Haus)aufgaben, sondern eine veränderte Praxis. Die Schülerinnen und Schüler können mit sonstigen Aufgaben wie z.B. Vokabelarbeit, unterrichtlicher Vor- und Nachbereitung in Form von mündlichen Aufgaben, Recherchen, Referaten u.ä. beauftragt werden.
Während in den unteren Jahrgangsstufen die Lern- und Übungszeiten der Schülerinnen und Schüler also weitestgehend im Fachunterricht stattfinden und so vom entsprechenden Fachlehrer betreut werden, nehmen im Verlauf der Schullaufbahn diese unterrichtsimmanenten Übungszeiten ab und die Verantwortung für das eigene Lernen und Üben geht schrittweise in die Hände der Schülerinnen und Schüler über. In den Jahrgängen 7 und 8 gibt es dazu spezielle Übungsstunden, in den Klassen 9 und 10 bieten wir freiwilligen Förderunterricht in den Kernfächern an und ab dem 8. Jahrgang haben die meisten Schüler zwei Stunden Lernzeit pro Woche.
Eine Arbeitsstunde wird in eine (nach Möglichkeit mit beiden Klassenlehrern besetzte) Klassenlehrerstunde umgewandelt. Sie kann für pädagogische Arbeit, Organisatorisches, individuelle Laufbahn- und Lernberatung und bei Bedarf als Übungszeit genutzt werden.
Um das Doppelstundenmodell möglich konsequent umsetzen zu können, haben wir auch unser Zeitraster wie folgt umgestellt.
Foto: keine Angabe
Unterrichtsveranstaltungen, Übungsstunden, Arbeitsgemeinschaften und Freizeitangebote verteilen sich auf 5 Vor- und 3 Nachmittage (Mo, Mi, Do). Dienstags und freitags endet der Unterricht um 13.15 Uhr. Dienstags werden im Anschluss an den Unterricht noch freiwillige Übungszeiten angeboten.
Mit der Verabschiedung dieses neuen Konzepts haben wir zunächst nur eine Strukturänderung vorgenommen. Es liegt nun an uns allen, diese so zu nutzen, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler so erfolgreich wie möglich lernen können.
Wir bitte Sie um Ihre Unterstützung und kritische Begleitung des Vorhabens!
Wir starten in das neue Schuljahr mit 113 SchülerInnen im 5. Jahrgang und 79 SchülerInnen in der Gymnasialen Oberstufe. Dazu kommen 6 neue KollegInnen (Frau Martin - Deutsch, Kunst, Frau Jansen – Mathematik, Religion, Frau Stroot-Hruby - Englisch, Philosophie, Frau Luven – Förderschullehrerin, Herr Recio-Diaz – Spanisch, Philosophie, Herr Sieben – Erdkunde, Sport), 3 RückkehrerInnen aus dem Sabbatjahr bzw. aus der Elternzeit (Frau Brendel, Frau Torun-Schneider, Herr Brüren) und eine halbe Stelle Sozialpädagogik (Herr Kahmann). Mit dieser guten Personalausstattung werden wir bestimmt so erfolgreich sein wie im vergangenen Schuljahr.
Zu Ihrer Information:
Abitur
Von 50 im Jahrgang 11 gestarteten SchülerInnen schafften am Ende der 13. Jahrgangsstufe 40 das Abitur. Das ist eine Quote von 80%. 6 Abiturienten schafften eine „1“ vor dem Komma. Die übrigen SchülerInnen verließen die Schule mit dem Fachabitur.
Abschlussjahrgang 10
Kein Schüler verließ die Schule ohne Abschluss! Von 114 SchülerInnen erreichten 25, darunter 2 GU-Kinder, den Hauptschulabschluss (2 mit Hauptschulabschluss nach Klasse 9), 22 den Fachoberschulabschluss und 65 SchülerInnen erreichten die Qualifikation zum Besuch der Gymnasialen Oberstufe. Das sind 57% des Jahrgangs! Der Durchschnitt aller bisherigen Jahrgänge liegt bei 46%. 23 SchülerInnen unterschrieben einen Ausbildungsvertrag (15 eine betriebliche Ausbildung, 8 eine schulische Ausbildung). Ein toller Erfolg des baseL-Projektes!
Bei den zentralen Abschlussprüfungen bestätigten im Durchschnitt 85% ihre Vornote, 12% verbesserten sich und nur ca. 3 % verschlechterten sich um eine Note.
Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,
wir wünschen Ihnen und euch einen guten Start in das neue Schuljahr.
gez.
R. Schiefelbein A. Eller-Hofmann
(Schulleiter) (Didaktische Leiterin)