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Wie Schüler die ideale Lehrstelle finden (RP)

Der Verein "baseL", in dem Unternehmer, Lehrer und Eltern organisiert sind, berät Jugendliche auf dem Weg in die Ausbildung. So soll eine falsche Wahl verhindert werden. Die Arbeitsagentur fördert das Projekt für weitere zwei Jahre.

Fast jeder vierte Auszubildende wirft hin - das sind die erschreckenden Zahlen, die Birgitta Kubsch-von Harten bei einer Pressekonferenz in der Gesamtschule Nettetal vorlegt. "Die Abbrecherquote im Kreis Viersen liegt bei knapp 27 Prozent", sagt die operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit. Mal entspreche der Beruf nicht den Vorstellungen, mal fühle man sich im Unternehmen nicht wohl. "Überwiegend sind es die Bewerber, die das Ausbildungsverhältnis beenden", sagt Kubsch-von Harten. Dies ist für die Arbeitsagentur ein Grund, Projekte zur Berufswahlorientierung zu unterstützen: Für weitere zwei Jahre übernimmt jetzt die Krefelder Agentur für Arbeit die Hälfte der Kosten des Projekts "baseL". "Das übrige Geld erhalten wir aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und unserer Stiftung", sagt Vereinsvorsitzender Roland Schiefelbein.

Azubis und Betriebe sollen besser zueinander passen. Ein Baustein bei der Berufsorientierung für Nettetaler Schüler ist der Verein "baseL". Seine Mitglieder beraten Jugendliche. Sie sollen den Ausbildungsplatz finden, der ihren Neigungen und Fähigkeiten entspricht.

Keine einfache Aufgabe bei rund 350 Ausbildungsberufen. Die Mitglieder von "baseL" sind überwiegend Unternehmer aus Nettetal, die auch selbst Lehrlinge suchen. Dass der individuelle Kontakt zwischen Jugendlichen und Unternehmen funktioniert, zeigt das Beispiel von Rolf Stobbe, Geschäftsführer in einer Papierverarbeitungsfirma: "Ich habe bereits zwei Azubis über das Projekt gefunden", sagt Stobbe. Auch Apotheker Roland Christmann sieht die Vorteile, wenn Jugendliche und Firmen sich vor Vertragsunterschrift besser kennen: "In einer Apotheke wird ja nicht nur Aspirin verkauft."

Seit 2007 Jahren arbeitet der Verein an der Gesamt- und Realschule Kaldenkirchen. Neben Unternehmern gehören Eltern und Lehrer zum Verein. Der Leitgedanke: Lust auf Ausbildung wecken. "Nicht für jeden Gesamtschüler ist das Abitur oder die Berufsschule das Richtige", sagt Schiefelbein.

Fünf Module gehören zum Projekt: Firmen stellen sich bei berufskundlichen Nachmittagen an der Schulen vor; jeder Jugendliche kann drei Präsentationen wählen. Im November gibt es für Neuntklässler, wie Schiefelbein erläutert, einen Gästetag mit 25 Firmen an der Schule. Im darauffolgenden Februar absolvieren die Schüler dann ihr Praktikum. Zudem gibt es Seminare für Eltern. Wichtig sei der Kontakt zur Praxis: So berichten Azubis von ihrem Alltag. 2016 haben sich zudem erstmals Gesamt- und Berufskollegschüler ausgetauscht.

Quelle: RP

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/nettetal/wie-schueler-die-ideale-lehrstelle-finden-aid-1.6812167

Zum Foto: Gruppenbild mit Dame: Brigitta Kupsch-von Harten, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Krefeld gemeinsam mit Dr. Edgar Lapp, dem Leiter Übergang Schule und Beruf (1.v.l.) sowie den Vertretern des Vereins baseL Ralf Stobbe (Pressesprecher), Hubert Baltes (Berufseinstiegsbegleiter), Roland Schiefelbein (Vorsitzender), Roland Christmann (Vorstand),Gerald Laumans (2. Vorsitzender). Foto von base-L.

Nachrichten-Archiv 2017


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