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RP: Mit Base-L passgenau in die Ausbildung

Bildungsexperten der CDU-Landtagsfraktion zeigten sich beim Besuch der Gesamtschule Nettetal beeindruckt vom bürgerlichen Engagement. Zwei Vereine fördern trotz erheblicher Hindernisse Berufsbildung und Inklusion.

Klaus Kaiser attestiert der Gesamtschule Nettetal ein vorbildliches Übergangsmanagement beim Übergang zwischen Schule und Beruf. Der Bildungsexperte der CDU-Landtagsfraktion würdigt das bürgerliche Engagement des Vereins base-L für den "passgenauen Übergang". Beeindruckt hat Kaiser und die bildungspolitische Sprecherin Petra Vogt außerdem das Inklusionsmodell an der Gesamtschule.

Die Gesamtschule hatte die CDU-Politiker eingeladen, damit sie sich ein Bild von beiden langjährigen Projekten machen sollten. Schulleiter Roland Schiefelbein wollte zeigen, dass beides mit Engagement bewältigt werden kann. Kaiser unterstrich die Bedeutung des gelungenen Übergangs von Schule in den Beruf. Bundesweit gebe es 1,2 Millionen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren ohne Berufsausbildung. Wie das zu verhindern sei, zeige base-L mit der engen Vernetzung zwischen Wirtschaft und Schule. Der Verein ist inzwischen in der Lage, passgenaue Ausbildungsangebote und -wünsche zu verknüpfen. Vorsitzender Robert Bones unterstrich, es sei noch mehr möglich, wenn die finanzielle Ausstattung gesichert werden könne.

Zum Foto: Der Vorsitzende des Vereins base-L, Robert Bones (links), erläuterte den Gästen aus Düsseldorf das inzwischen sehr fein gewirkte Netz der Gesamtschule mit Wirtschaftsunternehmen. Foto: Franz-Heinrich Busch (RP)

Auch zur schulischen Inklusion gewannen die CDU-Politiker neue Einblicke. Sie besuchten Unterricht in der siebten Klasse mit behinderten und nicht behinderten Schülern. Anschließend diskutierten sie mit beteiligten Lehrerinnen. Kaiser ließ sich Erfolgsfaktoren der 13-jährigen Arbeit im Gemeinsamen Unterricht erläutern. Dabei hielten sich Kaiser und seine Kollegin Petra Vogt nicht mit Kritik am Inklusionsgesetz der Landesregierung zurück. "Inklusion kann nicht funktionieren ohne eine vernünftige Vorbereitung, Ausstattung und Unterstützung", sagte Vogt. An der Gesamtschule werde eine "bemerkenswerte Arbeit geleistet", so Kaiser, "Inklusion wird scheitern, wenn die Mindeststandards nicht eingehalten werden". Schulleiter Schiefelbein erklärte, seine Schule habe nicht mehr Personal als andere auch. Er fürchte aber Probleme, wenn Strukturen nichts angepasst werden. Dies gelte für Lehrerstunden und die Inklusionshilfe. Schulamtsdirektor Martin König versicherte, die Stunden der Sonderpädagogen seien zunächst gesichert.

Bürgermeister Christian Wagner nahm die Landesregierung in die Pflicht. Die Kosten seien auf die Kommunen abgewälzt worden. Ludger Peters, Vorsitzender des Vereins Kindertraum, der die Gesamtschule bei der Inklusionsarbeit unterstützt, wies auf ein weiteres Problem hin. Schüler mit "Inklusionskarriere" müssten ebenfalls ein Übergangsmanagement für berufliche Perspektiven erfahren. "Inklusion beginnt und endet nicht am Schultor". Peters berichtete, dass der Kreis Viersen sich mit Hinweis auf neuer Rechtsprechung schrittweise aus der der Finanzierung der Inklusionshilfe zurückziehen wolle. Es müsse endlich konsequent Geld aus der Behindertenhilfe umgeschichtet werden, um Inklusion zu verwirklichen. Den Hinweis nahmen die CDU-Politiker mit. Schul- und Sozialpolitiker müssten sich vor dieser Kulisse zusammenfinden, erklärten Vogt und Kaiser.

Allerdings müsse auch die Schulsozialarbeit gestärkt werden. Sie leiste wichtige Präventionsarbeit, ihre finanzielle Zukunft sei aber nicht gesichert, erklärte Wolfgang Foltin, Sozialarbeiter an der Gesamtschule Nettetal. "Ich wünsche mir zum Advent einen Schulkonsens 2.0 für die Inklusion und die schulische Schulsozialarbeit."


Philipp Peters (RP)

Nachrichten-Archiv 2013


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