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RP: Flucht in die virtuelle Welt

Die Schüler der Gesamtschule in Breyell proben ein Theaterstück über das Internet. Die Hauptfiguren besprechen ihre Probleme nicht mit ihren Freunden, sondern in Chatrooms.

Thomas Schulz steht vor der Bühne und nickt immer wieder mit dem Kopf. Ihm ist anzusehen, dass er mit dem Geschehen zufrieden ist. An der einen Seite sind zwei Schülertechniker am Laptop beschäftigt. Sie richten die Playlist neu ein.

In der Mensa der Gesamtschule Nettetal probt die Theater AG das Stück "Communicate.me – Reden is Silber, Chatten ist Gold". Es beschreibt Jugendliche, die aus der realen Kommunikation in die virtuelle des Internets flüchten. Seit Monaten studieren die Darsteller Szenen ein. Sie haben sogar kleine Werbefilme für das Netz gedreht.

Zum Foto: Der Rest ist Schweigen: Die Schüler zeigen auf der Bühne die Probleme virtueller Gespräche.

 

Aktuelle Gesellschaftskritik

Für die Schüler ist das Stück von Ulrike Winkelmann spannend und aktuell, da die enthaltene Gesellschaftskritik sich auf ihre Welt bezieht. Es handelt von ganz gewöhnlichen Jugendlichen, die zur Problembewältigung immer wieder in die Welt der Chatrooms flüchten, anstatt mit Freunden zu sprechen.

"Es zeigt unter anderem die schlechten Seiten der virtuellen Gespräche im Internet" erklärt Lea Adrians. Dabei chatten die Jugendlichen nicht in ein- und demselben Chattroom, sondern in unterschiedlichen. Dies trägt zur Spannung im Stück bei. Beim Zuschauer entsteht so nicht gleich der Eindruck, sie redeten doch alle miteinander, wüssten es nur nicht.

Für die Schüler ist der Stoff spannend. Sie sind die Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, und die es viel unbefangener nutzt als noch Jugendliche vor zehn Jahren. Die haben sich damals langsam ans Internet herangetastet. Für die Jüngeren ist es selbstverständlich, damit zu arbeiten.

"Ich möchte nie, dass es so wird wie im Stück", betont Julia Deutges für sich persönlich. Für Tobias Born ist das Stück gerade deswegen etwas für Jugendliche, weil "es wirklichkeitsnah ist. Es behandelt auch Themen wie Fakeprofile, auf die viele hereinfallen". "Jugendliche können das gut vermitteln", findet Camilla Knops, "denn wir erleben das Gespielte ja selbst".

Inzwischen hat ihr Lehrer die Probe unterbrochen. Er korrigiert die Bühnenposition einzelner Schauspieler, damit sie besser zu hören sind. "Ihr müsst zum Publikum sprechen", schärft er ihnen ein. Wenig später setzt er nach in einer Szene im Club: "Ihr müsst lauter miteinander reden und die Köpfe zusammenstecken", sagt er.

 

INFO

Trailer im Netz

Chatten Virtuelle Kommunikation im Internet in Echtzeit. Das ist möglich in Chatrooms oder mit speziellen Programmen (ICQ, Windows Live Massenger, Skyp).

Trailer Auf YouTube ist ein kurzer Trailer zum Stück zu sehen http://youtu.be/yin8hlUZZrw

Termin 28. Mai, 20 Uhr Gesamtschule Nettetal.

Nachrichten-Archiv 2011


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