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Im Betrieb für Schule lernen

Nettetal (RP) Zur Vorbereitung des "Zentrums durch Innovation" (ZdI) an der Gesamtschule Nettetal absolvierten Lehrer ein technisches Praktikum bei Pierburg. Unternehmen und Schule wollen technische Berufe intensiver fördern.

"Begeistern kann ich die Schüler nur, wenn ich selber begeistert bin", erklärt Engelbert Hüpen. Er unterrichtet Mathematik, Technik und Wirtschaft an der Gesamtschule. Sein Kollege Jens Fliegen (Technik, Sport) war ebenfalls ganz angetan: "Hier erleben wir komplexe Systeme, die wir dann weiter vermitteln können." Die Pierburg GmbH führte jetzt erstmals ein ganztägiges technisches Praktikum für Lehrer durch.

Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit dem "Zentrum durch Innovation" (ZdI). "Pierburg unterstützt die Bemühungen der Schulen, technische Sachverhalte praxisnah zu vermitteln", erläuterte Werksleiter Ken Schmidt. Das Unternehmen handelt nicht selbstlos. Denn es sucht Ingenieure. "Es ist schwer, Ingenieure für Nettetal zu gewinnen. Die Stadt erscheint vielen nicht so attraktiv, wie es sich die Stadt wünscht."

"Schulbankdrücken" einmal anders: Bei der Pierburg GmbH absolvieren Lehrer der Gesamtschule Nettetal jetzt ein technisches Praktikum. So können sie ihren Schülern das erworbene Wissen besser vermitteln. rp-foto: franz-heinrich busch


Ingenieure gewinnen

Die Veränderungen in den Studiengängen wirken sich nachteilig auf Praxiserfahrungen angehender Ingenieure aus. "Wir bieten angehenden Maschinenbauingenieuren die Möglichkeit für Diplomarbeiten und als studentische Hilfskraft zu arbeiten", fügte Schmidt hinzu. Deshalb sei die Zusammenarbeit im ZdI mit den Fachhochschulen überlebensnotwendig.

Jens Fliegen und Engelbert Hüpen erhielten Einblicke in Ausbildungsberufe und Fertigungstechniken wie Gießerei, Maschinenbau und Rohstofffertigung. Ingenieure wie David Papenfuss begleiteten und ermunterten sie: "Der Spaß an Ingenieurwissenschaften sollte schon in der Schule geweckt werden." Die Lehrer sollen ab Sommer 2012 das Fach Technik in der Oberstufe der Gesamtschule unterrichten. Dadurch arbeiten die Schüler eng mit den Betrieben und Hochschulen zusammen. Schulleiter Roland Schiefelbein berichtete, dass das Fach Technik dann Schülern aus dem ganzen Kreisgebiet offensteht.

Schiefelbein ist froh, dass das bisher vernachlässigte frühere Kombinationsfach Technik/Hauswirtschaft über das ZdI in der Oberstufe mit dem Fach Technik aufgewertet wird. Das ZdI verfolge das Ziel, den Übergang von Schule über Ausbildung in den Beruf zu verbessern und nachhaltig das Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern zu fördern. Erfreulich sei, dass sich alle Nettetaler Schulen am ZdI beteiligen, fügte Schiefelbein hinzu.

Pierburgs Ausbildungsleiter Rainer Lutz führt inzwischen regelmäßige Gespräche mit Lehrern und Ausbildern. Nach dem Besuch der Gäste von der Gesamtschule moderierte er die Ausbilder- und Lehrerkonferenz des Berufskollegs Rheydt-Mülforth. Diese Reihe soll künftig regelmäßig in Ausbildungsbetrieben stattfinden. Auch hier ist das Ziel der Erfahrungsaustausch zwischen Lehrer und betrieblichen Ausbildern.

INFO

Was noch wichtig ist

Hochschulpartner des Nettetaler ZdI sind die Hochschule Niederrhein in Krefeld und Mönchengladbach, Fontys Venlo sowie die neue europäische Hochschule Rhein-Waal.

Gesamtschule In diesem Jahr verließen 23 Jugendliche nach der Klasse 10 die Gesamtschule direkt ins Berufsleben. 27 besuchen zunächst das Berufskolleg, 60 wechselten mit der Qualifikation in die Oberstufe.

Nachrichten-Archiv 2010


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