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GN: Jaqueline hatte die Nase vorn

Die Begeisterung für den Seifenkistenrennsport ist aus Viersen bis nach Breyell herüber geschwappt. Die erst zehnjährige Jaqueline André ist fasziniert von dem Sport.

Einmal im Jahr gehört die Ernst-Moritz-Arndt-Straße dem Rennsport, denn dann ist dort das Viersener Seifenkistenderby. So war es auch am vergangenen Sonntag.

Bei hochsommerlichen Temperaturen von 30 Grad und mehr mussten die „Kistenpiloten“ für die fünf Läufe schon eine gute Kondition mitbringen, um mit den „fliegenden Kisten“ das Ziel zu erreichen, wo Oliver André aus Breyell immer wieder den Fahrern zurief, zu stoppen, auch wenn Sandsäcke schon in Sichtweite waren.

Alle paar Minuten knallte es am Sonntag, denn jeweils zwei Fahrzeuge verließen mit Getöse die Startrampe. Bis zu 45 Stundenkilomete erreichten sie auf der leicht abschüssigen Strecke. Mit dabei unter den rund 40 Fahrern auch die zehnjährige Schülerin der fünften Klasse der Breyeller Gesamtschule Jaqueline André, die leidenschaftlich gerne Seifenkiste fährt und die in ihrem dritten „Rennfahrerjahr“ am Sonntag ihren ersten Sieg landen konnte und sich mächtig freute, zusammen mit ihrem Vater, der sie zu den Rennen begleitet.

Die Schnellsten am gestrigen Sonntag erreichten Zeiten zwischen 37 und 38 Sekunden. 37,6 Sekunden benötigte die junge Gesamtschülerin aus Nettetal, die jedoch für Viersen startet.

Was alle versuchten, die auf der Innenbahn fuhren, war die Umfahrung der auf der Straße liegenden Kanaldeckel, was auch meist gelang. Doch ein wenig Zeit kostete das schon, doch Innen- und Außenbahn wurden stets getauscht.

Jaqueline startet in der Juniorklasse. Julian (12) aus Kerpen ist schon vier Jahre dabei, hat schon zweimal Platz drei bei den Europameisterschaften belegt. Er startet in der Seniorklasse.

Desirée - aus der Nähe von Kerpen - ist schon 14 Jahre alt und seit sechs Jahren aktiv. Sie will noch weitere vier Jahre dran hängen und mit 18 Jahren aufhören. Sie fährt bis zu zehn Rennen im Jahr.

Sobald die Klappe auf der Startrampe fällt, senkt sich der Kopf, wird die liegende Stellung eingenommen und ab geht die „Talfahrt“, die rasch beendet ist.

Mögen es früher wahrhaftig Kisten gewesen sein, die zusammen gebaut werden für die Rennen, so sind es heute motorlose schnittige Rennfahrzeug, die auch schon mal leicht 1.000 und mehr Euro kosten können.

Campingstühle, Bollerwagen, schlafende Vier- und Zweibeiner am Streckenrand, vor allen Dingen aber viel Spannung im Fahrerlager, denn der Seifenkistenrennsport ist eine Sache von Familien. Sohn oder Tocher betreiben den Kistensport und Vater und Mutter sind das Begleitpersonal, Seelentröster und die Fangemeinde in Personalunion.

Nachrichten-Archiv 2010


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