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GN: „Sie werden keine bessere Schule finden“

Als erste Schule der Stadt Nettetal wurde die Gesamtschule im Dezember auf Herz und Nieren von der Bezirksregierung Düsseldorf begutachtet und anschließend bewertet. Nun liegen die Ergebnisse der Qualitätsanalyse vor.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Leiter der Bezirksregierung Düsseldorf, Dr. Klaus-Georg Wey, sagte zur Einordnung: „Es gibt zu den Ergebnissen kein öffentliches Ranking. Sie werden jedoch keine bessere Schule als Ihre finden!“
Das Resultat ist letztlich Wasser auf die Mühlen um die derzeitige Diskussion zur Erweiterung der Gesamtschule. Zur Erinnerung: Die CDU hatte überraschend beantragt, dass die Schule von derzeit vier auf sechs Züge erweitert wird - ohne jedoch Mehrkosten zu verursachen. 
Mit Unverständnis reagierten zuletzt SPD und ABK auf den CDU-Antrag. „Was hat die CDU geritten, diesen Antrag so zu stellen und den von der Landes-CDU mit unterschriebenen zwölfjährigen Schulfrieden zur Disposition zu stellen“, fragen sie sich. 
Auch Schulleiter Roland Schiefelbein opponiert heftig gegen den Entschluss der Nettetaler CDU, zwei weitere Züge aufzunehmen. „Wir können gerne darüber diskutieren, vor Ort zu erweitern. Aber wir sind absolut gegen eine Dependance in Kaldenkirchen. Das würde unsere Struktur zerschlagen und auch die     Realschule kaputt machen.“

Die Beschlussvorlage der CDU für die nächste Schulausschusssitzung hat der Schulleiter vorliegen. „Die Hauptschule soll nur so lange wie nötig vorgehalten werden, dann hat man vor, die Hauptschüler alle zur Gesamtschule zu schicken. Da haben die aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ich muss eine Heterogenität bewahren, das ist unser Kriterium zur Annahme von Schülern.“ 
Die Schule befürchtet massive organisatorische Probleme durch eine Aufstockung um 60 Schülern sowie deren Verlagerung an einen anderen Standort.
Die Forderung, gleichzeitig die Haupt- und Realschule in Kaldenkirchen zu erhalten, ist mittelfristig bei einer sechs-zügigen Gesamtschule nach Erkenntnissen von Fachleuten nicht machbar. Daher sehen SPD und ABK die Gründung einer Sekundarschule als einzige und logische Konsequenz. 
Zurück zur Qualitätsanalyse: Auf 57 Seiten fassten die Fachleute ihre Ergebnisse zusammen, die sie innerhalb von vier Prüfungstagen bei 41 Unterrichtsbeobachtungen à 20 Minuten in allen Jahrgangsstufen ermittelten.  Durch Interviews mit Schülern, Eltern und Lehrkräften erlangten die Prüfer Einblicke in den Schulalltag. „Wir hatten fünf Monate Vorlauf und mussten ein umfangreiches Schulportfolio erstellen“, erläutert Schulleiter Schiefelbein. Keiner wusste, wann die Kommission in welchen Unterricht kommen würde. „Die Stimmung im Lehrerzimmer war, als hätte man ein 1000-Volt-Kabel hindurch gezogen“, beschreibt Mathematiklehrerin Anne Brende.
Für die Schule gab es keine Möglichkeit, speziell etwas vorzubereiten. Bei den Interviews wurden die Beteiligten zur Verschwiegenheit verpflichtet. „Die Eltern wurden  dazu befragt, ob die Kinder sich in der Schule wohlfühlen oder wie die Eltern die Schule empfinden. Wir hatten absolut den Eindruck, dass die Prüfer ganz neutral bewertet haben“, ist sich Schulpflegschaftsvorsitzender Robert Bones sicher. Schülersprecher Lucas Plenkers fand es positiv, dass „bei dem Interview ein Gefühl geschaffen wurde, auch Dinge sagen zu können, die den Schülern nicht gepasst haben.“ 
„Das Ergebnis der Qualitätsanalyse ist super, wir haben gejubelt, aber solche vier Tage muss ich nicht nochmal haben“, gesteht Schiefelbein. So waren die größtenteils vorbildlichen Ergebnisse in der vierstufigen Bewertungsskala im Bereich „Lernen und Lehren - Unterricht“ und „Schulkultur“ nur zum Teil eine Überraschung.
Die Stärken der Schulen liegen unter anderem laut der Analyse in der Förderung der persönlichen Kompetenzen der Schüler, der nachhaltigen Vermittlung der Schlüsselkompetenzen und der Pflege einer lebendigen, wertschätzenden Schulgemeinschaft mit vielfältigen, anspruchsvollen Bildungsangeboten. Natürlich gab es auch Kritikpunkte, Verbesserungen sind immer möglich. So wird eine verstärkte Dokumentation der pädagogischen Arbeit angeregt. Öffentlich gemacht wird der Bericht trotz der guten Ergebnisse nicht.

 

Quelle:

http://grenzlandnachrichten.de/lokales/article/sie-werden-keine-bessere-schule-finden.html

Nachrichten-Archiv 2012


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