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Digitaler Kandidatencheck in Nettetal

Erstwähler*innen für die Kommunalwahlen vorbereitet!

„Es ist schön zu sehen, dass sich unsere jungen Erstwählerinnen und Erstwähler in einem neuen, digitalen Format in ihr direktes Umfeld einmischen und Lust auf direkte Demokratie bekommen können“, freut sich Dr. Leo Gielkens, Schulleiter der Gesamtschule in Nettetal. Merlin Praetor, Fachkonferenzvorsitzender der Sozialwissenschaften ergänzt: „Ich bin froh, dass bei unserem digitalen Bürgermeister-Kanditatencheck auch diejenigen Kandidaten dabei waren, die danach in die Stichwahl gegangen sind, denn so waren unsere Schülerinnen und Schüler für ihre Erstwahlen  gut vorbereitet!“

Wenige Tage vor  der Kommunalwahl hatte die Gesamtschule alle vier Bürgermeisterkandidaten eine Stunde lang in einen digitalen Raum eingeladen: Christian Küsters („Ampel-Bündnis“), Hajo Siemes (WIN) und Christian Wagner (CDU) nahmen teil. In alphabetischer Reihenfolge beantworteten sie Fragen zu vier Themenbereichen, den zwei Sozialwissenschaftskurse aus dem Jahrgang elf vorbereitet hatten; in der Mensa der Gesamtschule verfolgten sie selber auf einer Leinwand die digitale Konferenz. Die Kurse hatten aus ihren Reihen fünf Moderatoren ausgewählt, Ewin, Frigga, Juliane, Lena und Jan-Hendrik. „Wir waren uns sofort einig, dass wir Alltagsthemen und Probleme aufgreifen wollten, die uns persönlich betreffen“, berichtet Ewin, die mit Gielkens den Kandidatencheck eröffnete. So waren Fragen zu den Themenkomplexen Jugend und Freizeit, digitales Schulsystem, Mobilität und Umwelt sowie Corona entwickelt worden. „Interessant wurde es bei dem Thema, bei dem sich die Kandidaten wohl gar nicht einige waren, ob die Nettetaler Seen nun ausgebaggert werden sollen oder nicht“, erzählen Irem und Carmen. Ein wenig enttäuscht war die Schülerschaft von den Beiträgen zu Corona: „Im Prinzip gaben alle das Thema allgemein und grob wieder, wir hingegen hatten konkrete Maßnahmen erwartet, wie zum Beispiel Plexi-Glasscheiben auf den Tischen“, erklären Arnesa und Ewin.

Spannend wurde es, als  Schülersprecher Dominic und Schülersprecherin Lucia das Thema auf die überfüllten Busse lenkten. Dass die Stadtverwaltung anschließend „direkt reagierte“ und die Busfrequenzen erhöhte, sieht die Schülerschaft jedoch sehr nüchtern: „Unsere Petition lag der Stadt schon seit anderthalb Jahren vor und hatte bisher noch niemanden interessiert!“

Julietta Breuer

Schüler haben zu volle Busse satt

Schüler der Gesamtschule Nettetal haben über einen Videokanal die Bürgermeisterkandidaten befragt. Die Schüler der Jahrgangsstufe 11 sind Erstwähler. Bereits im vergangenen Jahr wurde eine Petition für mehr Busse abgegeben.

Eingeladen waren alle vier Bürgermeisterkandidaten. Doch dann sagte der AfD-Kandidat Kay Gottschalk ab. Nicht, weil er sich drücken wollte, sondern aus gutem Grunde. Er saß im Bundestag und sollte auch einen Redebeitrag leisten. Es ging um die Fragestunde zu den Cum-Ex-Steuerdeals.

In der Mensa der Gesamtschule ging es beim digitalen Kandidatencheck ganz nah um kommunale Themen. Rund 60 Schüler der beiden Sowi-Kurse der 11. Jahrgangsstufe hatten die Fragen gemeinsam vorbereitet und die Themen diskutiert. Oberstudienrat Merlin Praetor, Vorsitzender der Fachkonferenz Sozialwissenschaft, hatte die Technik im Griff – bis der Beamer ausfiel. Die drei Kandidaten waren dann fürs Plenum auch nicht mehr zu sehen, sie selber konnten die Schüler auch nur hören. Schulleiter Leo Gielkens war am Ende von diesem Experiment trotzdem sehr angetan. Er lobte die Schüler für ihre guten Fragen und die Vorbereitung und forderte sie auf, nun auch am Sonntag wirklich wählen zu gehen.
Etwa eine Stunde dauerte die Befragung der Kandidaten Christian Küsters (Grüne), Hajo Siemes (WIN) und Christian Wagner (CDU). Über weite Strecken blieb die Fragestunde friedlich und wenig überraschend. Spannend wurde es gegen Ende, als die beiden Sprecher der Stufe 12, Lucia und Dominic, von einer an die Stadt gerichteten Petition berichteten. Darin beklagten sie die überfüllten Busse auf dem Schulweg, was gerade in Corona-Zeiten nicht gut sei. Während Bürgermeister Christian Wagner auf den Kreis Viersen verwies, nannte Christian Küsters ein Landesprogramm, das es seit August zur Verstärkung der Busse gebe. Hajo Siemes war die Petition gänzlich unbekannt. Ihm war völlig unverständlich, warum eine Lösung nicht schon längst umgesetzt worden sei.
Auch die Frage, ob der Witt-See verlanden solle oder ausgebaggert werden soll, interessierte die Schüler. Für Christian Küsters wäre es fatal, wenn man die Seen verlanden lasse. Siemes sprach sich für ein Ausbaggern aus, allerdings nicht alle auf einmal. Bürgermeister Wagner zeigte sich über die Antwort von Küsters erstaunt, weil es gerade die Grünen gewesen seien, die aus Gründen des Naturschutzes das Ausbaggern jahrelang verhindert hätten.
Jeweils zwei Minuten für die Antworten zu vier Fragen war für die drei Kandidaten nicht viel, aber es reichte, die Kandidaten und ihre Meinungen näher kennenzulernen. Am Anfang standen Fragen zur Digitalisierung und zur Corona-Situation in der Schule. Einig waren sich alle, dass für alle Schüler Geräte zur Verfügung stehen sollten, um die digitalen Möglichkeiten des Lernens zu Hause auch nutzen zu können. Die Verwaltung hat jetzt eine eigene IT-Fachkraft für die Schulen. Bürgermeister Wagner konnte auf das Modellprojekt mit Raumlüftern verweisen. Die Geräte sollen in den nächsten Tagen testweise in alle Schulen kommen. Rat und Verwaltung, so Wagner weiter, täten alles, um ein normales Leben so gut es gehe zu ermöglichen.
Die Schüler mahnten auch ein attraktives Jugendfreizeitangebot an. Wagner und Küsters wiesen zuerst auf die Sportvereine hin, die eine gute Jugendarbeit leisteten. Wagner erinnerte an die Erneuerungspläne für den Skatepark in Kaldenkirchen und das Discotaxi. Das Kino-Programm sei für Jugendliche zu verbessern. Küsters sah zu wenig Plätze, wo sich Jugendliche treffen können. Wichtig sei, nicht nur Ideen von Erwachsenen zu verwirklichen. Hier setzte auch Hajo Siemes an. Angebote müssen von Jugendlichen mitentwickelt werden und nicht an ihnen vorbei.
Natürlich durfte das Thema Klimawandel nicht fehlen. Hier konnten alle Kandidaten punkten. Wagner verwies auf C2C bei Neubauten.

Von Heribert Brinkmann


Nachrichten-Archiv 2020


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