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Time and Tune (D&G 10)

Zeit und wie ich damit umgehe! Zeit wie sie Männer und Frauen gestalten. Tuning eben – was macht die Zeit mit mir?

Es ist schon Tradition, dass sich der 10. Jahrgang Darstellen und Gestalten mit einem Theaterstück von der Sekundarstufe-I-Zeit verabschiedet. So war das auch beim szenischen Theaterabend am 5. Mai 2010. Eltern, Angehörige, interessierte MitschülerInnen und KollegInnen durften einen unterhaltsamen, heiteren, originellen und streckenweise philosophisch angehauchten Abend in der Mensa verbringen.
Die Zuschauer hatten sich Zeit genommen und waren keineswegs auf der Verliererspur, obwohl sie Zeit hatten.

Wir lernten, dass Zeit nur kostbar ist, wenn sie äußerst knapp vorhanden ist und eben deshalb der Mensch im Beruf erfolgreich ist, weil er nie Zeit hat.
In 18 Szenen wurden ganz verschiedene Facetten rund um die Zeit beleuchtet. Oftmals teilten sich die Lacher im Zuschauerraum in zwei Gruppen, eben je nachdem welche geschlechtsspezifische Zeitmarotte aufs Korn genommen wurde. Z.B. der bedächtige, langsame Mann (Dominik Müller), der die Situation erfolgreich aussitzt, selbst wenn er dabei vom Stuhl fällt und die Hilfe des betriebsamen Hausmeisters (Jan Schmitz) benötigt, um wieder auf die Beine zu kommen oder die hektische Quasselstrippe mit Putzzwang (Julia Deutges), die die Couch, der in sich ruhenden Therapeutin (Carina Fleischer) mehr putzt als benutzt und die eine verordnete 30 sekundenlange Redepause in den Wahnsinn treibt oder die genial gespielte Fast-Fünfzehnjährige ( Lea Adrians), die sich für ihre Mutter „fremd schämt“ und sich gepflegt einen Schwips ansäuft.

Eindrucksvoll wirkten die Massenszenen mit fast allen DarstellerInnen, in denen Sinnsprüche und Redewendungen zum Thema Zeit deklamiert und in Form einer Performance dargeboten wurde.
„Den Afrikanern gab Er die Zeit, den Europäern die Uhr“ – vielleicht waren deshalb die einzelnen Szenen durch aggressives, lautes Weckerticken abgegrenzt. Manchmal erinnerte der Beat/ der Herzschlag an unsere verrinnende Zeit, die besonders Frauen (Nicole Siegmund) mit all zu vielen Wörtern füllen. 24000 am Tag, macht 8,76 Millionen pro Jahr und mal 81,2 Jahren bei normaler Lebenserwartung 711,3 Millionen…. – zu viele eben, wie der geplagte Ehemann (Dennis Stahl) meint.
Grandios abgeschaut war die Szene der Männer vor der Umkleidekabine in der Boutique – ein Kabinettstück – Realsatire – Leben live.

Erstaunlich, wie unterschiedlich man Zeit wahrnehmen und gestalten kann, dass beweist dieses Theaterstück. Die derbe Alltagssprache einzelner Szenen verstärkt durch taktische Zeichen sprach besonders die Mitschüler an.
Es war ein Genuss Time and tune zu erleben und es hätte genauso Time – Fortune heißen können. An dem Abend Zeit gehabt zu haben, war ein Glück. Danke für die geschenkte Zeit!

Darstellen und Gestalten, Jg.10
Einstudierung: G. Marzouk und K. Goller

Nachrichten-Archiv 2010


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