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Rötzel-Experte zu Gast bei der 9a

Der Name Rötzel ist den meisten Schülerinnen und Schülern irgendwie geläufig wegen der Christian-Rötzel-Allee in Breyell. Doch was verbirgt sich hinter dem berühmten Familiennamen?

Die 9a weiß es nun ganz genau, denn sie hat das Glück, eine Mitschülerin zu haben, deren Großvater jahrzehntelang im Breyeller Stahlwalzwerk Rötzel gearbeitet hat. So war "Kumpel Siegfried" am 9.1.2014 zu Gast im GL-Unterricht. Geschlagene zwei Unterrichtsstunden durfte er in die Rolle des Lehrers schlüpfen und die Klasse mit Expertenwissen versorgen. Zum Schluss wusste er die Klasse auch noch mit spitzfindigen mathematischen Fragen zur Stahlproduktion, die er an der Tafel erläuterte (Foto), in den Bann zu ziehen.

Stahlwalzwerk in Schulnähe

Am 1.2.1934 hatte der Ingenieur Christian Rötzel in Breyell ein Stahlwerk eröffnet. Die Firma Krupp oder Thyssen, mit der die Breyeller Firma täglich in Verbindung stand, lieferte den Stahl, der in Breyell in einer "Warmwalzstraße" in  sogenannte Knüppel, also in Stahlstangen gewalzt wurde. Diese Walzstraße existiert heute noch  irgendwo in China! Gemeinsam mit dem zweiten Werk, was 1950 in Dienstlaken eröffent wurde, walzte Rötzel  in guten Jahren 30 000 Tonnen pro Jahr! In den letzen Jahren mit einer Walzgeschwindigkeit von 15 Metern pro Sekunde!
Die Breyeller Firma war weltweit von Bedeutung. Unter anderem, weil sie das einzige Werk war, das die Stahlfedern produzierte, welche sich unter den Bahnschwellen befinden, um die Spannung auszuhalten, wenn Züge darüberfahren!

Stahl-Kunstwerke

Und da das Verwaltungsgebäude beider Rötzel-Werke nur einen Katzensprung von der Gesamtschule entfernt ist, stand nach dem Expertenvortrag ein Unterrichtsgang an. Denn auch die beiden  Kunstwerke am ehemaligen Rötzel- Verwaltungsgebäudes, welches die Firma Ascoek mittlerweile übernommen hat, hatte Herr André im Vorfeld erklärt:

Das riesige Mosaik im Eingangsbereich zeigt in vier Schritten, wie Stahl entsteht: Der Hauer schlägt Eisenerz los, das dann geschmolzen, gewalzt und abschließend geschmiedet wird (Foto). Auf der anderen Seite des Rötzel-Verwaltungsgebäudes (Felderend) steht im Garten eine Statue, die zwei Stahlarbeiter beim Schichtwechsel zeigt (Foto). Bedeutsam: Der Stahlarbeiter war unandingbar ein Team-Arbeiter! "Das Walzwerk lief nur als Team," hatte uns Herr André anschaulich erklärt. In diesem Sinne zeigt die Statue, wie ein Kumpel, der in die Pause geht oder Feierabend hat, dem nächsten Kumpel die Zange übergibt.

Rötzel-Prozess

Verbunden mit dem Namen Rötzel ist aber auch noch ein spannender Todesfall, vielleicht sagar eine Kriminalgeschichte? Man wird es wohl nie mehr herausfinden, da der Rötzel-Prozess nicht aufgeklärt worden ist. Für Neugierige: "Alle am Heulen", Spiegel Online 51/1969!

(Julietta M. Breuer)

Nachrichten-Archiv 2014


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