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Landessieger - Gesamtschule ist "Starke Schule NRW 2015"

Mit den Worten "Der Geist der Schule, geprägt von Wertschätzung und Integration, ist unmittelbar erlebbar. Diese Schule überzeugt mit einem ganzheitlichen pädagogischen Konzept, einem breiten Bildungsangebot und einem fest verankerten, in einem eigenen Raum untergebrachten Berufsorientierung." gibt der Laudator Dr. Luitwin Mallmann von der Landesvereinigung der Unternehmerverbände NRW das Gesamturteil der Jury zusammenfassend wieder. Am 25.03.2015 wurde der Städtischen Gesamtschule Nettetal im Ministerium für Schule und Weiterbildung in Düsseldorf der erste Preis "Starke Schule" Nordrhein-Westfalen verliehen, der mit einer Preissumme von 5000 Euro verbunden ist. Als Landessiegerin NRW wird die Gesamtschule Nettetal nun auch an der Bundes-Preisverleihung teilnehmen, die am 21. April 2015 mit Bundespräsident Gauck im Deutschen Historischen Museum in Berlin stattfindet.

Bewegende Worte der Schulministerin von NRW

Die Schulministerin von NRW, Sylvia Löhrmann, bat zu Beginn der feierlichen Preisverleihung um eine Schweigeminute für die Opfer des Flugzeugabsturzes in Südfrankreich. Unmittelbar zuvor hatte sie an einer Gedenkveranstaltung in Haltern teilgenommen. Noch sichtlich tief bewegt und mitgenommen bezog sie sich auch in ihrem einleitenden Grußwort auf die furchtbaren aktuellen Ereignisse; eine zweite Bedeutung des Begriffs "Starke Schule" übertrug sie dabei auf das Gymnasium in Haltern, das 16 SchülerInnen und zwei junge LehrerInnen verloren hatte, und nun in jeder Hinsicht eine "Starke Schule" sein müsse! Nur allzu verständlich war, dass die Schulministerin in dieser tragischen Situation selbst keine Preise vergeben konnte und diesen Tagesordnungspunkt ihrem Staatssekretär anvertraute.

Spannung bis zur letzten Sekunde

Die Preise wurden in aufsteigender Reihenfolge vom 10. Platz an rückwärts vergeben. "Als der dritte Platz vergeben worden war, jubelten wir schon alle innerlich", erzählt Sabina Dannenmann, Berufseinstiegsbegleiterin von BaseL. "Dann wurde die zweite Siegerschule inhaltlich vorgestellt: es war vom WOP, dem Wochenplaner, und von einem Schulsanitätsdienst die Rede." "Das sind wir!", stieß Schülersprecherin Nicole Hoiboom ihrer Schulleiterin an. Die Spannung war wohl kaum noch auszuhalten. Nein. Aber der zweite Platz wurde der Gesamtschule nicht verliehen. - Es war der erste Platz. Schulleiterin Angelika Eller-Hofmann sowie die beiden SchulsprecherInnen, Nicole Hoiboom (Jg. 13) und Nick Antwerpen (9a) wurden namentlich aufgerufen und auf die Bühne gebeten. Ludwig Hecke, Staatssekretär des Landes-Schulministeriums, überreichte der Schulleiterin die Siegerurkunde.

Der "gute Geist" der Gesamtschule

Die erste Auszeichnung gelte allen Aspekten des Schullebens an der Gesamtschule Nettetal. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury war letztendlich aber ihr erlebbarer guter Geist. Die Entscheidung sei haarscharf gewesen, denn alle drei erstplatzierten Schulen hätten aufgrund hervorragender Konzepte und ihrer vorbildlicher Arbeit die erste Auszeichnung verdient. "Die Bedeutung der Schul-Atmosphäre hatte die Jury auch schon bei ihrem Besuch im November 2014 an der Schule festgestellt", bestätigt Ute Stams, seit zwei Jahren Vorsitzende der Elternpflegschaft an der Gesamtschule Nettetal. "Nach dem Elterngespräch meinte die Jury, die gute Atmosphäre fühle und sehe man, wenn man sich in der Gesamtschule aufhalte."

Aufregende Atmosphäre

Insbesondere für unsere Schülersprecherin und unseren Schülersprecher war die Preisverleihung ein besonders aufregendes Erlebnis. "Wir mussten schon eine Stunde vor offiziellem Beginn da sein, um eine Mikrofonprobe zu machen", erzählt Nick. "Etwas Besonderes war auch, dass wir nach der Preisverleihung dann noch einmal als ganze Gruppe auf die Bühne durften, was eigentlich nicht vorgesehen war. Aber wir mussten alle zusammen die acht überdimensional großen Puzzleteile unserer Schule festhalten und zeigen", fährt Nicole fort. Dazu Schulleiterin Eller-Hofmann: "Mit diesem Gesamtbild konnten wir dann geschlossen sehr anschaulich zeigen, dass alle verschiedenen Elemente unserer Gesamtschule ineinandergreifen und nicht auseinandergerissen werden können. Denn nur durch diese Verflechtungen funktioniert unsere Gesamtschule so gut."

Bundesweites Netzwerk

Seit der Auszeichnung ist die Gesamtschule Nettetal nun Teil des länderübergreifenden Netzwerkes von "Starke Schule". Das nahezu 80-köpfige Kollegium kann nun an kostenlosen und akkreditierten Fortbildungen und Konferenzen zur Unterrichts- und Organisationsentwicklung teilnehmen. Das Netzwerk hat sich zu einem Forum entwickelt, in dem sich die engagiertesten Lehrkräfte Deutschlands austauschen, weiter qualifizieren und über Bundeslandgrenzen hinweg zusammen an der Schule von morgen arbeiten.

Julietta M. Breuer


Aus der Laudatio von Dr. Luitwin Mallmann

"Für die Auszeichnung der Gesamtschule Nettetal gibt es eine Reihe von wirklich guten Gründen. Dazu gehört zunächst, dass die Berufsorientierung an der Gesamtschule einen sehr hohen, wenn nicht herausragenden Stellenwert hat … Unterstützt wird die Schule dabei durch einen Verein, in dem sich Lehrer, Eltern und Unternehmen engagieren. Erfahrene Couches des Vereins nehmen die Schüler an die Hand und stärken ihr Selbstvertrauen. Und, sie bringen die Jugendlichen und Betriebe zusammen, die sonst – vielleicht – nicht zueinander gefunden hätten.

Ein sehr sichtbaren Beleg für diesen hohen, höchsten Stellenwert der Berufsorientierung und die gute Vernetzung der Schule mit dem Umfeld, den gibt es auch. Es ist ein Anbau, der eigene Räume für die Berufsorientierung beherbergt und aus Spenden finanziert und von Handwerksfirmen kostenlos ausgestattet wurde. Und da zeigt sich, auch eine gute Idee braucht eine örtliche Verankerung, wo man sie wiederfinden kann. Ich finde das besonders bemerkenswert - der eigenen Raum. Was aber das Wichtigste ist, die Ergebnisse der Berufsorientierung können sich allemal sehen lassen. So gut wie keine Schulabgänger muss unnötige Warteschleifen drehen. Ein großer Teil der Abgänger, wenn nicht der größte Teil, mündet in eine duale Berufsausbildung.

Ein weiterer Grund für den ersten Platz ist: Auch die Förderung der Schüler insgesamt ist sehr gut aufgestellt ... Keiner kommt an dieser Schule zu kurz.

Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung wird in dieser Schule sehr gut umgesetzt. Die Kinder entwickeln miteinander einen anderen Umgang mit Stärken und Schwächen und erwerben so wichtige soziale Kompetenzen. Eigene Sonderpädagogen sind Mitglied im Team und unterstützen die Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht. Diese entwickeln durch die Zusammenarbeit neue Kompetenzen im Umgang mit der Vielfalt der Kinder. Nicht umsonst fiel den Juroren bei ihrem Schulbesuch die hohe Professionalität der Lehrer und Lehrerinnen an dieser Schule auf.

Die pädagogischen Ziele der Schule werden von einem multiprofessionellen Beratungsteam unterstützt, dem auch die Sozial- und Sonderpädagogen angehören. Überhaupt wird an dieser Schule eine systematische Personalentwicklung betrieben, zu der Personalentwicklungsgespräche ebenso gehören wie die kollegiale Supervision.

Die Schulentwicklung wird von einem didaktischen Ausschuss vorangetrieben und auch gesteuert, in dem auch – ganz wichtig – Vertreter der Schüler und der Eltern mitarbeiten …

Und, zum guten Schluss: Die Schule setzt ein breites Spektrum an inhaltlichen Schwerpunkten sehr gut um …

Die Gesamtschule Nettetal ist also eine in vielerlei Hinsicht ausgezeichnete Schule. Die Jury sagt zusammenfassend: Der Geist der Schule, geprägt von Wertschätzung und Integration, ist unmittelbar erlebbar …

Deshalb gratuliere ich der Gesamtschule Nettetal ganz besonders herzlich zum ersten Platz."

(Mitschrift nach dem gesprochenen Wort.)

Nachrichten-Archiv 2015


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