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"Kunst auf der Haut"

Kolumbianischer Workshop an der Gesamtschule Nettetal

Die kolumbianischen Künstler Luz Myriam Gutiérrez Gracia und Manuel Alberto Torres Bombiela der Theatergruppe „Viento Teatro“ waren auf Initiative unserer Spanischkollegin Jennifer Zuber zu Gast an der Gesamtschule Nettetal. Am 17.06.2014 führten sie einen sechsstündigen Workshop „Kunst auf der Haut“ durch, den die Schülerinnen und Schülern des Spanischkurses Jahrgang 11 ausgesucht hatten.

Referendarin Zuber organisierte diesen Workshop in Kooperation mit dem BDKJ Aachen/ Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen („Bund der Deutschen Katholischen Jugend“), von denen die kolumbianische Gruppe zwei Wochen zurzeit eingeladen ist, um junge Menschen für „die Lebenswelt der indigenen Bevölkerung Kolumbiens und das präkolumbische Erbe“ zu sensibilisieren.

Julietta M. Breuer

Zu den Fotos

Fotos 1 bis 5:

Unsere Spanischkollegin, Referendarin Jennifer Zuber, lässt sich von den kolumbianischen Künstlern der kolumbianischen Gruppe „Viento Teatro“ im Gesicht schminken. Aber auch Schülerinnen und Schüler des Spanischkurses (Jg. 11) trauen sich! Und nicht zuletzt: auch unser Geschichts-Referendar „Wagner“ traut sich! (Bitte keine Verwechslungen mit dem alten und neuen Bürgermeister der Stadt Nettetal, denn der Vorname unseres Referendar-Kollegens stammt aus dem berühmten römischen julisch-claudischen Geschlecht!)

Foto 6 bis 10:

Die praktischen Ergebnisse zeigen unsere Schülerinnen mit ihren „bunten Gesichtern“: Um ein Gesicht zu bemalen, brauchen die Kolumbianer in Wirklichkeit sechs bis acht Stunden. „Das wir das hier geschafft haben, ist ein Wunder“, so Künstler Torres Bombiela.

Künstlerin Gutiérrez Gracia nutzt den praktischen Teil, um immer wieder ein bisschen „Theorie“ einzustreuen.

Foto 11:

So werden die Farben aus kolumbianischen Früchten hergestellt: Rot zum Beispiel aus dem Samen der Frucht „achiste“ von dem sogenannten Lippenstiftbaum. „Farben sind Bekleidung“, erklärt die Künstlerin Gutièrrez Gracia. „Es ist eine Art Schrift, die sehr viel über den Menschen preisgibt.“ Aber für den Workshop an unsere Schule wurde „nur“ Theaterfarbe verwendet. Ein Glück! „Denn die „Beerensäfte“ halten normalerweise zwei bis drei Monate auf der Haut“, erklärt mit Spanischschüler Leandro Sanders. (Danke, Leandro, gut aufgepasst! Meine weiße Jeans ist also gerettet!)

Foto 12 bis 15:

Gesichtsmalerei stand zwar im Zentrum des Workshops. Dennoch ließ es sich der kolumbianische Künstler Manuel Alberto Torres Bombiela nicht nehmen, zu zeigen, wie mit einer Walze umfangreichere Hautstellen bemalt werden können. Versuchskaninchen Leandro Sanders und Referendar Julian (was für ein Vorname!) waren sehr mutig … und nachher auch stolz! Weiter so!

Foto 16:

Die Künstler präsentieren Masken, die wir nicht anfassen dürfen. „Masken wurden angezogen, um mit den unsichtbaren Wesen, also den Göttern, in Kontakt zu treten“, erklärt Schülerin Michelle Hähnl. Die kolumbianischen Künstler betonen, dass sie keinerlei Wert darauf leben, dass solche Masken als Touristenattraktionen verkauft würden. Ihr Ziel ist, diese archäologischen Funde einem adäquaten Museum zu vermachen.

Hintergrund: Als Kolumbus 1492 die „Neue Welt“ entdeckte, war die Kultur der „Tumaco-La Tolita“, eine Kultur, die sich grenzübergreifend zwischen Kolumbien und Ecuador befinde, schon mindestens 1000 Jahre alt.

Foto 18 bis 20:

Seit 2007 veröffentlicht „Viento Teatro“ in einem eigenen Verlag (Viento Ediciones) die Ergebnisse ihrer anthropologischen Forschungen, zum Beispiel über Mythem in der Kunst indigener Völker oder Kolumbiens oder über die „Kunst auf unserer Haut“. Leider bisher nur auf Spanisch. –

Wer weiß? - Vielleicht wird einer unserer Spanischschülerinnen oder Spanischschüler mal eine deutsche Übersetzung verfassen?

Julietta M. Breuer

Nachrichten-Archiv 2014


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