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Kleine und Große willkommen! - Tag der offenen Tür 2017

„So eine große Schule!“, hat so manch kleiner Gast gedacht, der noch zur Grundschule geht und mal in eine weiterführende Schule schnuppern wollte. Denn aus diesem Grunde öffnete die Städtische Gesamtschule Nettetal im Stadtteil Breyell am Samstag, den 2.12.2017 wieder ihre Türen.  Besonders Grundschulkinder, aber auch angehende OberstufenschülerInnen mit ihrer Familie und Freunden waren herzlich willkommen.

Von der kleinen zur großen Schule

„An der Lamberti-Grundschule mit 106 Schülern ist alles so beschaulich,“ meint Familie Alberding aus Breyell. „Die vielen Eindrücke hier an der Gesamtschule sind natürlich im ersten Moment erschlagend. Die Zeit reicht überhaupt nicht! Man kann ja längst nicht überall mitmachen. Die Chemie-Show hat so lange gedauert, dass wir andere Sachen nun nicht mehr sehen können. Aber es ist toll, welch wahnsinnige Vielfalt hier angeboten wird!“

So gab es für die Jüngeren Bastelaktionen (darunter Lesezeichen), einen Beruferkundungsparcours, Sinnesspiele, Sinnesparcours und Zumba; auch ein neues interaktive Whiteboard, an der Stelle, wo früher eine Kreidetafel hing, war zum Schreiben und Malen äußerst begehrt.

Zwei überaus engagierte Schülermütter stellten in einem wunderschön dekorierten Klassenraum die Arbeitsgemeinschaft „Nähen“, die sie für SchülerInnen aus dem 5. und 6. Jahrgang montags anbieten, vor. Stolz verkünden Tanja Thölen  und Diana Boetzkes, die auch noch als „baseL“- Bürokoordinatorin aktiv ist, dass auch drei Jungen daran teilnähmen! „Die Kinder nähen ihre eigenen Projekte. Der Verkaufserlös dient zur Anschaffung einer neuen Nähmaschine!“

Auch Eltern und andere Familienmitglieder, die schon alle ihre Kinder an der Gesamtschule „versorgt“ haben, lassen es sich nicht nehmen, noch mal ein paar Stunden hier zu verbringen: „Der „Tag der offenen Tür“ bietet die Möglichkeit, uns noch einmal mal in Ruhe alles anzusehen“, meint Familie Beeren aus Brüggen. „ … Und uns am Leid der anderen zu erfreuen, die noch die richtige Schule suchen“, ergänzt Vater Josef Beeren schmunzelnd.

Joshua aus der 9e wird unter anderem von seinem älteren Bruder begleitet, der die Schulzeit schon längst hinter sich hat: „Ich bin aus Schadenfreude hier!“, meint er mit einem Augenzwinkern.

Zwischendurch sieht man immer wieder ehemalige Schülerinnen und Schüler, darunter zum Beispiel Alexander Rudolph, der schon 2008 seinen Schulabschluss gemacht hatte und mittlerweile in Köln lebt und arbeitet: „An diesem Wochenende bin ich zufällig in der Heimat, hab` von einem Nachbarn erfahren, dass heute an der Gesamtschule „Tag der offenen Tür“ ist und habe mir gedacht: Da gehst du jetzt spontan vorbei!“

Zahlreiche Informationen

Während unsere jüngsten Gäste Probeunterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch, Biologie und Gesellschaftswissenschaften schnupperten, hatten insbesondere die älteren Gäste folgende Möglichkeiten, sich über die Schule zu informieren:

Die schuleigene Firma „Dein-Betrieb.com“ stellten Jan Venten und Jacqueline Marzen vor. Sie erleichtert Jugendlichen die Suche nach einem passenden Praktikums- oder Ausbildungsplatz durch selbst produzierte Bewerberfilme.

Die Schülervertretung

Einen großen Raum nahm die Präsentation der Schülervertretung (SV) ein unter dem Motto „25 Jahre Gesamtschule – 25 Projekte der SV“ präsentierte sie ihre vielfältigen und umfangreichen Aktivitäten mit einer neuen Idee, speziell für den diesjährigen Tag der offenen Tür, die „Tour de School“, eine Schnitzeljagd durch die Schulgebäude für neue Schülerinnen und Schüler. Unter den richtig abgegebenen Bögen werden die Sieger ermittelt und die Preise, drei School-Starter-Packs, per Post zugeschickt.

Die Klasse 6e ist ebenfalls schon mit ihrem Projekt im Rahmen der 25jährigen Schuljubiläums fertig: Jedes einzelne Mitglied der Klassengemeinschaft hatte sich in 2017 fotografieren lassen und in einer Situation, in der es sich in 25 Jahren sieht.

Erinnerungskultur

Die „Erinnerungskultur“ an der Gesamtschule wurde in diesem Jahr von den Schülerinnen und Schülern des 10. Jahrgangs präsentiert, die jüngst eine Exkursion nach Auschwitz und Krakau in Polen unternommen hatten. Die Lobbericherin Edith Sanders, deren Vater Auschwitz überlebt hat, war sehr gerührt: „Es ist ganz toll, dass Jugendliche das Thema einem so nahe bringen. Ich hatte Tränen in den Augen!“

Mit der Ausstellung zum Thema „Zwangsarbeit in Breyell und Umgebung 1939 – 45“ wurde die Erinnerungskultur in diesem Jahr um einen Aspekt erweitert: „Großartig und differenziert!“, urteilt Norbert Schneider aus Schaag. „Sie hießen Iwan Wkoifski und Sergie Totschonow, waren sogenannte Ostarbeiter. Tatsächlich gehörten sie zu den rund 500 Zwangsarbeiterin, die während des Nazi-Regimes unfreiwillig Dienste in den Orten der heutigen Stadt Nettetal leisteten“ (RP vom 2.12.2017).

Außergewöhnliche Kunstprojekte

Viele Beiträge wurden aus dem Kunstunterricht präsentiert – und mit den Gästen zusammen entwickelt. Viele folgten dem Angebot von Kunstlehrerin Natterer und ihren Kunstkursen: „Werde selbst zur Skulptur und erfinde eine eigene „One minute-sculptures“ nach Erwin Wurm.

Bei der klirrenden Kälte bewegte die 4x13 Meter große Kunstinstallation des 13. Jahrgangs draußen auf dem Schulhof; die Außeninstallation zeigte einen alten Koffer, eine Zeltplane, eine Über-Eck gespannte Wäscheleine mit verschiedenen Kleidungsstücken, ein offen gebliebener Rucksack, Kinderschuhe, eine liegen gebliebene Puppe – Gegenstände, die scheinbar willkürlich auf einem Stück eingezäunter Rasenfläche verteilt sind. Es entsteht der Eindruck, dass es nicht allzu lange her sein kann, dass jemand da war.

„Unsere Idee ist es, mit dieser Installation zu berühren. Wir möchten, dass die Menschen, die es betrachten, nicht nur einfach vorbeigehen, sondern stehen bleiben, es genauer anschauen und auch, wenn sie weitergehen, darüber sprechen“, meint eine Kunstschülerin aus dem 13. Jahrgang dazu.

Kunstlehrer Römgens zeigt mit seinen Schülerinnen und Schülern aus dem 11. und 12. Jahrgang Tiefdruckverfahren mit Rhenalon-Platten sowie Arbeiten mit Ton, die die Symbiose von Mensch und Maschine zum Thema „Künstliche Intelligenz“ darstellen.

Im gesamten Schulgebäude hängen Bilder aus dem Kunstunterricht; auch liegen Kladden aus den verschiedenen Jahrgängen von „Darstellen und Gestalten“, einem gesamtschulspezifischen Unterrichtsfach, aus.

Diverse „Gute Taten“

Das Thema Flucht und Vertreibung ist auch Thema von Gizem Gücyeter, Melike Sahin und Lena Schmidt aus dem 12. Jahrgang, die im Rahmen des Projektkurses zum Wirtschaftsraum Nettetal eine ganz besondere Idee hatten: weiße Tassen haben sie mit Flaggen und Wörtern aus der jeweiligen Sprache des Fluchtlandes handbemalt, mit Teesorten aus den jeweiligen Ländern gefüllt und boten sie zum Verkauf an. Der Erlös geht an die Flüchtlingshilfe in Nettetal.

Der 12. Jahrgang verkaufte Strümpfe für das Projekt „Die neue Masche“, dessen Erlös halb in die Jahrgangsstufen-Kasse und halb in eine Kasse für Straßenkinder fließt. Auch für ein Kinderheim in Rumänien wurde über 200 Euro eingenommen!

Julietta M. Breuer

 

 

Nachrichten-Archiv 2017


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