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Geschichte zum Anfassen

"Es ist toll, dass seit einigen Jahren verstärkt Schulklassen zu uns kommen und hier forschen", erzählt Kreisarchivar Dr. Gerhard Rehm (RP 1.3.2012). Dazu gehört auch seit Jahren die Städtische Gesamtschule aus Nettetal. Anschaulich konnte sich der Geschichteskurs Jg. 12 am Donnerstag, den 23.2.2012 im Kreisarchiv in Kempen über den Beruf des "Restaurators für Papier und Dokumente" informieren: "Was früher laminiert wurde, wird heute mit hauchdünnem Japanpapier und Kleister verbunden," erklärte Restauratorin Martina Nikola.  Das sei ein reversibles Verfahren ganz ohne chemische Zusätze, um beschädigte Papiere wie Zeitungen wiederherzustellen.   Diese  werden, wenn sie gebunden sind, auseinander genommen, pagniert, desinfiziert, ins Wasser getaucht, zwischen Pappe gelegt und zum Trocknen gepresst; die Pappen werden mehrfach gewechselt und so weiter und so weiter. Es braucht schon eine Menge Handgriffe und Zeit, bis eine beschädigte Seite wieder – eingehüllt in Japanpapier - angefasst werden kann.

Der Blick in die Magazine im Keller der Kempener Burg beeindruckt die Schülerschaft stets aufs Neue: Stapel von Akten, Plänen, Karten, Plakaten, Zeitungen, Privatnachlässen ...  Mit Hilfe der "Findbücher" können gezielt bestimmte Dokumente gefunden werden. Und zum Beruf eines Archivars oder einer Archivarin gehört es auch, diese Dokumente "übersetzen" zu können. Die Schülerschaft probierte selbst, eine über 100jährige Akte zu lesen: "Wir fanden den Besuch im Kreisarchiv sehr interessant, weil wir die alte Sütterlinschrift kennenlernten und entziffern durften", meinen Patrick und Mirko. "Außerdem fanden wir es spannend, aus den historischen Schriften, insbesondere aus alten Zeitungen  bestimmmte Ereignisse herauszusuchen wie zum Beispiel unsere Geburtstage."

Am bundesweiten Tag der Archive, am 3.März 2012  beteiligt sich das Kreisarchiv in Kempen, Thomasstraße 20, erstmalig mit einem Tag der offenen Tür von 11 bis 17 Uhr!

Julietta Breuer

Nachrichten-Archiv 2012


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