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Gedenken für die Opfer des NS

Immer wieder „Schalom chaverim“ singend und Kerzen tragend zogen die Besucher unserer Gedenkveranstaltung am 27.1.2017 aus der Alten Kirche in Lobberich in der Dunkelheit aus zum Denkmal für die ermordeten Lobbericher Jüdinnen und Juden am Eingang des Ingenhovenparks. Dem Zug voran wurde ein mit rosaweißen Rosen geschmückter Trauerkranz der Stadt Nettetal mit der Schleife „In stillem Gedenken“ getragen. Das Singen schien kein Ende zu nehmen. - Und als die Worte verstummten, wurde die Melodie noch eine zeitlang leise weiter gesummt. Eine ergreifende Atmosphäre, die in Worten nicht zu fassen ist, die erlebt werden will!

Namen der Opfer bewahren

Während unsere SchülerInnen zuvor die lange Liste der Namen der ermordeten Jüdinnen und Juden aus Nettetal abwechselnd vorlasen, entzündeten sie am Altar zu deren Erinnerung die vielen Kerzen. Das Vorlesen der jüdischen Namen betont ausdrücklich, dass es den Nazis nicht gelungen ist, ihre Opfer zu einer Nummer zu degradieren und ihre Erinnerung auszumerzen.

„Jeder Mensch hat einen Namen, der ihm von Gott gegeben wurde und den sein Vater und seine Mutter ihm gaben“ (Anfang eines hebräischen Gedichtes). Die Melodie dieses Liedes wurde von Johanna Schurz aus dem 8. Jahrgang auf ihrer Querflöte gespielt. (Eingangs hatte Sofia Korzikowski auf ihrer Gitarre „Blowing in the wind“ gespielt und dazu gesungen).

Menschenwürde - Mensch sein!

Wichtig war es unseren Schülerinnen und Schülern, den Transfer von der Missachtung der Menschenwürde während der Zeit des Nationalsozialismus` in die Gegenwart zu übertragen – gemäß dem Motto der Gedenkveranstaltung „Erinnern für heute und morgen. Mensch sein!“ Die Klasse 10 d hatte sich unter die Besucher gemischt, um von verschiedenen Orten aus geläufige Vorurteile über Flüchtlinge durch die Kirche zu rufen. Jeder Satz wurde mit einem lauten Trommelschlag taktiert.

Großes Vorbereitungsteam

Am Ende der Veranstaltung dankte Bürgermeister Christian Wagner dem Vorbereitungsteam, allen voran unseren Schülerinnen und Schülern aus dem 8, 11. und 12. Jahrgang sowie der Klasse 10d, der Schülervertretung, der ehemaligen Schülerin Oriane Gomanns, der Religionslehrerin Sonja Herdieckerhoff und der Religionsreferendarin Monika Pudlik sowie den Lehrpersonen aus den Fachbereichen Gesellschaftslehre und Geschichte, Julietta Breuer, Melanie Burk, Dorian Golla und Christian Hlawa. Sonja Herdieckerhoff hatte Martin Bergmann, Kirchenmusiker der evgl. Gemeinde in Dülken, für die tolle musikalische Begleitung gewinnen können.

Erinnern an jüdische Kinder

Zur Begründung unseres Mottos „Erinnern für heute und morgen“, das sich auch auf dem am 9.11.2013 enthüllten Mahnmal der alten Synagoge in Breyell befindet, wurde während der Gedenkfeier die Chronologie seiner Entstehungsgeschichte präsentiert sowie die Geschichte der Stolpersteine 2012 - 2016, die mit der Erforschung der Schicksale der jüdischen Kinder in Nettetal ihren Anfang genommen hatte.

Dass in der RP die langjährige Initiative der Schule, Straßen nach den ermordeten jüdischen Kindern aus Nettetal zu benennen („Jede Stadt hat eine Anne Frank“!) betont wird, ist verständlich, da der Reporter mit der Thematik bestens vertraut ist: Schon am 2.8.2012 hatte er unter der Schlagzeile „Eine Hedi-Lion-Straße für Kaldenkirchen“ in den Grenzland Nachrichten über den Anfang unserer Initiative berichtet.

Julietta M. Breuer

 

Der genaue Wortlaut des Artikels aus der RP vom 28.1.2017:

Eine Gedenkfeier für die Opfer der Nationalsozialisten

Nettetal. Die alte Kirche und der Gedenkstein für Menschen jüdischen Glaubens am Ingehovenpark in Lobberich sind passende Stätte, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken.

Nach dem Lied "Blowing in the wind" begrüßte Pfarrerin Elke Langer rund 100 Teilnehmer jeden Alters. Als Schülerin habe sie sich manchmal gefragt, warum man sich erinnern solle. Heute sei es für sie keine Frage. Aus der Erinnerung müsse Barmherzigkeit erwachsen.

Die Schüler der Gesamtschule Nettetal sagten: "Wir wollen aus der Geschichte lernen. Was damals passiert ist, darf nie wieder passieren." Musik, Lesungen und Gebete wechselten sich ab, Kerzen wurden angezündet.

Bürgermeister Christian Wagner mahnte, "hilflosen Menschen zu helfen". Julietta Breuer, die mit Schülern die Feier gestaltet hatte, will sich dafür einsetzen, dass Straßen nach jüdischen Kindern benannt werden.

(hws)

Nachrichten-Archiv 2017


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