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Ex-Todeskandidat zu Gast in der Gesamtschule

Heute nachmittag waren Shuja Graham und seine Ehefrau zusammen mit ihren Gastgebern, Mitgliedern der Gemeinschaft Sant Egidio, zu Gast in unserer Schule. Als ehemaliger Todeskandidat ist er auf Einladung von St. Egidio in Deutschland, um im Rahmen des Engagements dieser Gemeinschaft gegen die Todesstrafe über seine Erfahrungen zu berichten.

Die Schulmensa war in der 7. Stunde voll besetzt. Schüler der Oberstufe hörten einen bewegenden Vortrag des ehemaligen Todeskandidaten, in dem er über sein Leben, seine Jugend und seine Zeit im Gefängnis berichtete. Zum besseren Verständnis wurde der Vortrag auch übersetzt. Am Ende gab es einen langanhaltenden Beifall; alle erhoben sich von den Plätzen, um dem Redner die Ehre zu erweisen.

Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Shuja Graham noch mehr als eine halbe Stunde lang geduldig alle Fragen, die ihm die Schülerinnen und Schüler stellten.
Anschließend ging er durch die Reihen, um sich von seinen Zuhörern persönlich zu verabschlieden.

Allen Anwesenden wird diese ergreifende Veranstaltung lange im Gedächtnis bleiben.

Shuja Graham

Shuja Graham hat ein bewegtes und dramatisches Leben hinter sich. Nach schwieriger Kindheit führte ihn sein Weg mit 18 Jahren ins Gefängnis von Soledad. Er wurde dort bald Anführer der Bewegung "Black prison" und setzte sich für die Rechte dunkelhäutiger Menschen im Gefängnis ein. Erst im Gefängnis lernte er lesen und schreiben und er begann zu studieren.

1973 war er in die Ermordung eines Gefängniswärters in Stockton verwickelt, 1976 kam er in den Todestrakt von San Quentin, nachdem er durch eine Jury, die nur aus Weißen bestand, verurteilt worden war. Der Oberste Gerichtshof Kaliforniens wandelte die Todesstrafe um. Nach vier Prozessen konnte bewiesen werden, dass Graham an den Geschehnissen des Gefängnismordes unbeteiligt war.

Im März 1981 wurde er aus dem Gefängnis entlassen, er setzte sich seitdem für die Unterstützung der Afro-Amerikaner in den Gefängnissen der USA und gegen die brutalen Methoden der Gefängniswärter ein. Er heiratete und ist heute Vater von drei Kindern.

 

Nachrichten-Archiv 2009


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