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SchülerInnen aktiv im 'Zug der Erinnerung'
Über 200 SchülerInnen aus 7 Klassen und Kursen der Jahrgänge 6, 9, 10 und 11 besuchten im Viersener Bahnhof den "Zug der Erinnerung", der dort vom 13. bis 15. März 2011 Station machte, bevor er seinen Weg nach Neuss und Krefeld sowie vielen weiteren Städten fortsetzt, um am Ende in der Gedenkstätte Auschwitz in Polen anzukommen und dort symbolisch die Fotos und Lebenserinnerungen aus unserem Kreis zu hinterlegen (www.zuf-der-erinnerung.eu).
39 Schulen sind angeschrieben worden mit der Aufforderung zur Mitarbeit, jedoch haben sich nur 5 Schulen aktiv an der lokalen Spurensuche beteiligt, darunter 2 Gesamtschulen (Nettetal und Viersen), die das besondere Interesse dieser Schulform an projektorientiertem Arbeiten belegen.
Viele SchülerInnen der Jahrgänge 10 und 11 haben das Schicksal einzelner jüdischer Kinder recherchiert und auf DIN-A-1-Plakten anschaulich dokumentiert, die im letzten Wagon ausgehängt wurden: Das Plakat "Jüdische Kinderschicksale in Kaldenkirchen" informiert über die Schicksale im besagten Ort, "Mord in Riga" über das jüdische Kind Werner Klaber aus Breyell (durch eine Internetrecherche konnte sogar noch ein Foto gefunden werden!) und "Damals war es Erich" über das letzte schulpflichtige Kind in Süchteln (durch eine Archivrecherche konnte bewiesen werden, dass den Eltern nicht die Flucht -wie bisher vermutet - gelungen war, sondern die Familie gemeinsam nach Litzmannstadt/ Lodz deportiert worden ist!).
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Beim Rundgang durch den Zug erschraken die SchülerInnen beim Anblick der
Landkarte, aus der ersichtlich wurde, durch wie viele europäische
Länder die Züge der ehemaligen Deutschen Reichsbahn fuhren mit dem
Endziel: Vernichtungslager. Sie waren bewegt von den hohen Opferzahlen.
"Die Opfer der Deportation mussten für ihren eigenen Transport
bezahlen!", stellt Daniel fest. Völlig irritiert betrachtet Melissa ein
Foto des Spiels "Juden raus". "Wie grausam, wenn die Eltern sich von den
Kindern trennen mussten", grübelt Leonie.
Im zweiten Waggon, der über die Täter informiert, bemerkt Niklas
ungläubig: "Dass der Mann, der die Fahrpläne erstellt hat, angeblich
nichts wusste, was in Auschwitz passiert!"
Im letzen Waggon trugen sich viele SchülerInnen mit einem kurzen Kommentar in ein Gästebuch ein.
Das Thema wird uns so bald nicht loslassen: Für die 6a war der Besuch
des "Zuges der Erinnerung" der Einstieg in das Thema "Kindheit unter`m
Hakenkreuz"; am Tag der offenen Tür (Ende November) werden wir unsere
Beiträge zum "Zug der Erinnerung" austellen und am 27. Januar 2012 wird
die Städtische Gesamtschule Nettetal in Lobberich den
Gedenkgottesdienst anlässlich der Befreiung von Auschwitz gestalten:
"Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste Erziehung" (Theodor W. Andorno).
Julietta Breuer