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GN: Stolpersteine in Hinsbeck und Kaldenkirchen

Nettetal (hws). In Kaldenkirchen werden weitere Stolpersteine verlegt. Am Sonntag, 9. November findet um 10 Uhr in der evangelischen Kirche ein Gedenkgottesdienst statt, dem sich die dritte Verlegung von Stolpersteinen anschließt. Sie erinnern an die Zerstörung der Synagoge und die Ermordung jüdischer Familien. „Ein jeder Mensch trägt einen Namen“ lautet das Motto.

Der 76. Jahrestag der Progromnacht erinnert an die Zerstörung mehr als 1.400 Synagogen, die in der sogenanten „Kristallnacht“ zerstört wurden. Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule in Nettetal werden die Biographien der Personen, derer gedacht werden soll, vorstellen. Die Stolpersteine sollen an die Menschen erinnern, deren Heimat Kaldenkirchen war. Sie wurden ausgegrenzt, verfolgt und vernichtet, nur weil sie jüdischen Glaubens waren. Pastor Andreas Grefen: „Die Jahrhunderte alte kirchliche Judenfeindschaft und der rassische Antisemitismus der Nazis hatten die Gewissen der christlichen Mehrheitsbevölkerung soweit korrumpiert, dass nur wenige Menschen es wagten, offen gegen die Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung aufzustehen.“

Zum Foto: Bereits zweimal wurden Stolpersteine verlegt. 10 weitere folgen nun. Foto: J. Breuer

 

Im Februar 2012 und im Juli 2013 wurden durch die Gesamtschule bereits insgesamt 15 Stolpersteine in Kaldenkirchen verlegt. Der Bürgerverein begleitete diese Aktion, stellt unter anderem Kontakte her. Es handelte sich auch um eine Fortsetzung der Bemühungen des Bürgervereins, der jüdischen Mitbürger zu gedenken, durch Anbringung einer Gedenktafel gegenüber dem Standort der Synagoge an der Synagogenstraße und der Verlegung von Steinen, die den Grundriss nachzeichnen sowie der Errichtung eines Mahnmales mit Namen auf dem jüdischen Friedhof an der Ecke Jahn-/Frankstraße.

Die zehn weiteren Stolpersteine erinnern an Emmy Bonn, Walter Bonn, Hans Günter Bonn, Ernst Grunewald, Johanna Grunewald, Günther Grunewald, Hans Grunewald, Jakob Keizer, Regina Keizer und Rosetta Keizer.

 

Quelle: Grenzland-Nachrichten, Freitag, 26. September 2014 / Nr. 39, S.11


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